Unsere Schlafphasen

Alles, was du über Schlafphasen wissen musst

Guter Schlaf ist für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit unerlässlich. Doch Schlaf ist keineswegs ein gleichförmiger Zustand: Jede Nacht durchlaufen wir mehrmals einen festen Zyklus aus verschiedenen Schlafphasen. Aber wie viele Schlafphasen gibt es eigentlich, wie lange dauern sie und was passiert in deinem Körper während dieser Zeit?

Wie viele Schlafphasen gibt es?

Schlafforschende unterscheiden im Wesentlichen fünf Schlafphasen, die sich in zwei Hauptgruppen unterteilen lassen: REM-Schlaf („Rapid Eye Movement“) und Non-REM-Schlaf (NREM, auch als „orthodoxer Schlaf“ bezeichnet), der wiederum in vier Unterphasen gegliedert ist:

  1. Einschlafphase (NREM 1)
  2. Leichter Schlaf (NREM 2)
  3. Mitteltiefer Schlaf (NREM 3)
  4. Tiefschlaf (NREM 4)
  5. REM-Schlafphase


Manche Quellen fassen die Stadien 3 und 4 mittlerweile zusammen, daher spricht man teils auch von vier statt fünf Phasen. Der vollständige Zyklus durch diese Phasen dauert etwa 90 Minuten und wiederholt sich in einer typischen Nacht vier- bis sechsmal.

Dauer und Ablauf der Schlafphasen

  • Einschlafphase (NREM 1, ca. 5-10 Minuten): Hier gleitest du von wach zu schlafend. In dieser kurzen Phase verlangsamen sich Puls, Atmung und Muskelaktivität. Du bist noch leicht erweckbar – typische „Zuckungen“ (hypnagoge Myoklonien) treten häufig auf.
  • Leichter Schlaf (NREM 2, ca. 20 Minuten): Die Muskelaktivität nimmt weiter ab, Augenbewegungen sind selten. Die Gehirnaktivität verlangsamt sich, kurze „Schlafspindeln“ (schnelle Aktivitätsausbrüche im EEG) treten auf, die wichtig für die Reizverarbeitung sind.
  • Mitteltiefer/Tiefschlaf (NREM 3/4, ca. 20-40 Minuten): Herzschlag und Atmung werden noch ruhiger, der Blutdruck sinkt. Jetzt wird besonders viel Wachstumshormon ausgeschüttet, der Körper regeneriert sich – Immunsystem und Zellreparatur profitieren. Weckversuche in dieser Phase sind schwierig und führen oft zu starker Orientierungslosigkeit.
  • REM-Schlaf (ca. 10-30 Minuten): Nachdem der Tiefschlaf endet, wechseln wir in die REM-Phase. Sie ist durch rasche Augenbewegungen, hohe Gehirnaktivität und Muskelerschlaffung gekennzeichnet. In dieser Zeit träumst du besonders lebhaft, Emotionen werden verarbeitet und das Gehirn festigt neue Erinnerungen und Gelerntes. REM-Phasen werden im Laufe der Nacht länger und können zum Morgen hin bis zu 60 Minuten dauern.


Was passiert in den einzelnen Schlafphasen?

Kurz zusammengefasst:

  • NREM-Phasen (besonders Tiefschlaf): Körperliche Erholung, Zellreparatur, Stärkung des Immunsystems, Wachstumshormonausschüttung
  • REM-Phase: Psychische Erholung, Traumarbeit, emotionales Gleichgewicht, Lern- und Gedächtnisprozesse