Ein -und Durchschlafstörungen


















Psychisch bedingte Schlafstörungen – Wo kommen Sie her?
Schlafstörungen sind längst zu einer Volkskrankheit geworden: Laut Schätzungen leidet etwa jeder Dritte in Deutschland gelegentlich oder dauerhaft an Ein- oder Durchschlafstörungen. Diese Schwierigkeiten, einzuschlafen oder nachts immer wieder aufzuwachen, können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Besonders psychische Belastungen spielen dabei eine oft unterschätzte Rolle. In diesem Artikel erfährst du, was hinter den Beschwerden stecken kann – und wie du zuhause selbst zur Ruhe kommen und deinen Schlaf verbessern kannst.
Was sind Ein- und Durchschlafstörungen?
- Einschlafstörungen: Betroffene liegen lange wach im Bett und finden nicht in den Schlaf, oft dauert das Einschlafen länger als 30 Minuten.
- Durchschlafstörungen: Hierbei wachen Betroffene nachts häufiger auf, können nicht mehr (ein-)schlafen oder fühlen sich am Morgen nicht erholt.
Beides kann zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit und sogar körperlichen Beschwerden führen.
Psychische Ursachen von Schlafstörungen
Die Psyche hat einen enormen Einfluss auf unseren Schlaf. Typische psychische Ursachen sind:
- Stress und Sorgen
- Alltagsprobleme, beruflicher Druck oder private Konflikte sorgen für ständiges Grübeln, das den Körper in Alarmbereitschaft hält und das Einschlafen verhindert.
- Angststörungen
- Übersteigerte Sorgen oder Angstattacken machen Entspannung unmöglich, selbst im Schlaf sind wir innerlich angespannt.
- Depressionen
- Schlafstörungen gehören bei Depressionen zu den Kernsymptomen: Manche können nicht einschlafen, andere wachen früh auf und finden keinen Schlaf mehr.
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)/Traumata
- Trauma-Betroffene erleben besonders häufig Durchschlafstörungen und Albträume.
- Kreislauf aus Schlaflosigkeit und Angst vor dem Nichtschlafen
- Wer über längere Zeit schlecht schläft, entwickelt eine Erwartungsangst („Heute werde ich wieder nicht schlafen können“), die die Probleme weiter verstärkt.
Diese psychischen Faktoren beeinflussen den Schlaf oft stärker als äußere Auslöser wie Lärm oder Licht.
Tipps: Was kannst du selbst tun, um besser zu schlafen?
Die gute Nachricht: Viele Ursachen von Ein- und Durchschlafstörungen lassen sich nicht nur ärztlich, sondern auch im Alltag positiv beeinflussen. Hier sind praktische Tipps, die du zuhause umsetzen kannst:
- Abendrituale schaffen
Regelmäßige Abläufe am Abend signalisieren deinem Körper, dass die Ruhephase beginnt. Das können Lesen, ein warmer Tee, entspannende Musik oder ein kurzes Tagebuchschreiben sein.
- Gedanken aus dem Kopf bringen
Grübeleien verhindern das Abschalten. Hilfreich ist, Sorgen oder To-dos aufzuschreiben; so müssen sie nicht immer wieder im Kopf durchgegangen werden.
- Entspannungsübungen durchführen
Atemübungen, Progressive Muskelentspannung oder Meditation können helfen, das Nervensystem zu beruhigen und in den „Schlafmodus“ zu wechseln.
- Schlafhygiene beachten
- Feste Schlafzeiten – auch am Wochenende
- Schlafzimmer kühl, dunkel, ruhig
- Keine elektronischen Geräte (TV, Handy) mindestens 30 Minuten vor dem Schlafen
- Kein Koffein am Nachmittag/Abend
- Regelmäßige Bewegung am Tag (aber nicht kurz vor dem Schlafengehen)
- Das Bett nur zum Schlafen benutzen
Wird das Bett auch zum Arbeiten oder Fernsehen genutzt, verknüpft das Gehirn es nicht mehr automatisch mit Schlaf. Daher gilt: Arbeit und Unterhaltung aus dem Schlafzimmer verbannen.
- Keine „Zwangsschlafversuche“
Wer nach 20–30 Minuten nicht einschlafen kann, sollte aufstehen, leise etwas Lesen oder sich mit ruhiger Musik beschäftigen. Im Bett zu bleiben und sich zu ärgern, verstärkt nur die Anspannung.
- Abendliche Bildschirmzeit reduzieren
Das blaue Licht von Smartphone, Tablet und Co. hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin.
- Den Tag bewusst abschließen
Kleine Abendroutinen oder Dankbarkeitslisten helfen, Erlebtes zu reflektieren und Stress zu reduzieren.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Wenn sich die Schlafprobleme über mehrere Wochen halten, mit starker Tagesmüdigkeit oder psychischer Belastung einhergehen, suche bitte ärztliche oder therapeutische Unterstützung. Oft steckt mehr dahinter, und es gibt viele wirksame Behandlungswege.