

















Hilfe, was kann ich gegen Schnarchen tun?
Schnarchen ist weit verbreitet – ungefähr jeder zweite Erwachsene schnarcht zumindest gelegentlich. Während das nächtliche Sägen für viele nur ein lästiges Geräusch ist, kann es für Partner und Betroffene auf Dauer die Schlafqualität massiv beeinträchtigen. Doch was steckt eigentlich dahinter? Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen? Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es, wie kann man Schnarchen vorbeugen – und welche Hilfsmittel versprechen Linderung?
Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Schnarchen?
Ja, es gibt tatsächlich Unterschiede:
- Häufigkeit: Männer schnarchen etwa doppelt so häufig wie Frauen. Laut Studien schnarchen etwa 40 % der Männer regelmäßig, bei den Frauen sind es ca. 20 %.
- Anatomie: Männer haben oft einen engeren Rachenraum, was das Risiko für die Vibration des weichen Gaumens (das typische Schnarchgeräusch) erhöht.
- Hormone: Weibliche Sexualhormone (wie Östrogen und Progesteron) stärken die Muskulatur der oberen Atemwege. Nach den Wechseljahren steigt das Schnarchrisiko bei Frauen deutlich an.
- Gewicht: Übergewicht führt bei beiden Geschlechtern zu einer Zunahme des Schnarchens, aber unser Körperbau und die Fettverteilung beeinflussen das Risiko unterschiedlich.
Ursachen und Hauptursachen des Schnarchens
Schnarchen entsteht, wenn die Atemluft während des Schlafs erschwert durch die oberen Atemwege strömt und dabei das weiche Gewebe im Rachen in Schwingung versetzt. Die Hauptursachen sind:
- Anatomische Besonderheiten
- Vergrößerte Mandeln, Polypen, verlängerter weicher Gaumen oder ein zurückliegender Unterkiefer
- Übergewicht
- Fetteinlagerungen um den Hals und Rachenraum verengen die Atemwege
- Alkohol- und Medikamentenkonsum
- Führt zur Erschlaffung der Muskulatur im Rachen
- Alter
- Mit dem Alter nimmt die Muskelspannung ab
- Nasenatmungsbehinderungen
- Häufig durch Allergien, eine krumme Nasenscheidewand oder Erkältungen ausgelöst
- Schlafposition
- Besonders Rückenlage begünstigt das Zurückfallen der Zunge und Engstellen im Rachen
Achtung: Schnarchen kann auch ein Symptom der sogenannten Schlafapnoe sein. Diese ernsthafte Krankheit ist durch Atemaussetzer gekennzeichnet und sollte in jedem Fall medizinisch abgeklärt werden, wenn tagsüber extreme Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder nächtliches Luftschnappen auftreten.
Kann man Schnarchen vorbeugen?
Ja, einige Maßnahmen können das Risiko verringern:
- Gewicht reduzieren: Schon wenige Kilo weniger können den Unterschied machen.
- Kein Alkohol vor dem Schlafen: auf den Konsum von Alkohol und Beruhigungsmitteln verzichten.
- Rückenlage vermeiden: Durch Schlafhilfen wie ein Anti-Schnarch-Kissen oder das Annähen eines Tennisballs auf den Rücken des Pyjamas kann die Seitenlage gefördert werden.
- Nasenatmung verbessern: Nasenduschen, abschwellende Nasensprays (kurzzeitig!) oder allergenarme Schlafräume können helfen.
- Rauchstopp: Rauchen reizt die Schleimhäute und fördert Engstellen.
- Feste Schlafzeiten: Regelmäßigkeit im Schlafrhythmus unterstützt die natürliche Muskelspannung.
Welche Hilfsmittel sind sinnvoll – und wo bekommt man sie?
- Anti-Schnarch-Schienen (Unterkiefer-Protrusionsschienen):
- Halten den Unterkiefer und die Zunge nachts leicht vorne, sodass die Atemwege frei bleiben.
- Besonders geeignet bei leichter bis mittlerer Schnarchproblematik.
- Erhältlich beim Zahnarzt oder Schlafmediziner (individuell angepasst)
- Nasenstrips und Nasenklammern:
- Weiten die Nasenflügel und verbessern die Nasenatmung.
- In Apotheken, Drogerien oder online erhältlich.
- Anti-Schnarch-Kissen:
- Fördern die Seitenlage und eine entspannte Kopfposition.
- Große Auswahl in Fachgeschäften, Online-Shops und Sanitätshäusern.
- Schnarchwesten / Tennisballtrick:
- Verhindern die Rückenlage und fördern indirekt die Seitenlage.
- Bastellösungen (Tennisball im Rücken des Pyjamas) oder spezielle Westen online/sanitätshaus.
- Luftbefeuchter:
- Bei trockener Raumluft kann das Befeuchten der Atemwege die Schnarchneigung senken.
- Baumarkt, Elektrohandel, Online-Shops.
Wichtig: Hausmittel, Apps oder Clips aus dem Internet können unterstützend wirken – wer jedoch weiterhin stark, unregelmäßig schnarcht oder unter Tagesmüdigkeit leidet, sollte unbedingt ärztliche Ursachen abklären lassen.